Können Sie sich
noch erinnern? Vor wenigen Wochen schien
klar zu sein, dass der Ölpreis rasch über
die Marke der 100 Dollar je Barrel steigen
würde. Und was ist daraus geworden? Nicht
viel, denn knapp vor dieser
psychologischen Schwelle legte der Preis
plötzlich den Rückwärtsgang ein und
rutschte bis auf unter 90 Dollar ab.
Doch diese Phase der fallenden Kurse
scheint erst einmal vorbei. Der Grund: Die
Organisation Erdöl exportierender Länder
(OPEC) hat auf dem jüngsten Treffen
beschlossen, die Förderquoten unverändert
zu lassen. In der Abschlusserklärung der
13 OPEC-Staaten hieß es, trotz der
Preissteigerungen der vergangenen Monate
sei auf dem Markt kein Mangel zu erkennen,
der eine Erhöhung der Produktion
rechtfertigen würde. Die jüngsten
Preisschwankungen seien in erster Linie
das Ergebnis von Spekulationen.
Experten sind sich sicher, dass die Phase
der anziehenden Preise nur von kurzer
Dauer sein könnte. Sollte es nämlich
wirklich zu einem starken Einbruch der
US-Konjunktur kommen, würde auch die Ölnachfrage
merklich sinken. Dies wird dann zu
deutlich nachgebenden Notierungen führen.
Doch soweit ist es nicht, wie die gestern
veröffentlichten US-Öllagerbestände
zeigen. Diese fielen insgesamt recht
gemischt aus. So sanken die Vorräte an
Rohöl überraschend deutlich um 8,0 Mio.
auf 305,2 Mio. Barrel. Allerdings
kletterten die Benzinlagerbestände um 4,0
Mio. auf 200,6 Mio. Barrel. Eine Zunahme
gab es auch bei den Beständen an Heizöl
und Diesel (Destillate), die um 1,4 Mio.
auf 132,3 Mio. Barrel kletterten.
Es bleibt also spannend und die
Verbraucher können mit weiter steigenden
Spritpreisen rechnen, während sich die
volatile Phase der Ölwerte weiter
fortsetzen könnte.
Ich wünsche Ihnen einen schönen
Nikolaustag